Blogbeitrag von nadja
Das Minki-Prinzip: Wie ein Kater mir das Leben rettete, als ich im Gatsch versank
Vom Mut, die eigene Bedürftigkeit zu zeigen und endlich das 'Miau' zu wagen.
Ich stehe im Dezember 2025 im knietiefen Gatsch von Kollersdorf und blicke auf einen Traktor, der nicht anspringt. Mein Körper schmerzt bei jeder Bewegung – ein Gruß vom Rheumatologen, der auch keine rechte Antwort hat. Die Tage sind kurz, und vor mir liegt ein Heuballen, den ich ohne Gabel nicht bewegen kann. In diesem Moment bricht alles über mir zusammen – nicht wegen des Schlamms, sondern wegen eines Gefühls, das ich seit meiner Kindheit kenne: die Angst, abhängig zu sein.
Das Erbe der Überlebenskünstlerin
Sehr früh habe ich gelernt, die emotionalen Schwingungen der Erwachsenen wie ein Seismograph zu lesen, um bloß nicht zu stören. „Keine Last sein“ wurde zu meiner Überlebensstrategie. Ich wurde zur Profi-Selbstversorgerin. Ich habe gelernt: Wenn du Hilfe brauchst, versetzt das dein Umfeld in Stress, und Stress bedeutet Gefahr. Also mach es allein. Immer.
Dieses Muster begleitete mich bis zur Leitung der Postproduktion einer großen Werbefilmproduktion in Wien. Ich funktionierte perfekt, produzierte Träume für andere und betäubte meine eigene Leere abends an der Bar mit Kollegen. Ein Burnout im goldenen Käfig.
Der Ausbruch und die Falle
Vor vier Jahren kam der Wendepunkt. Mein Pferd Jeff wurde krank, und während ich ihn einen Monat durchgehend pflegte, entdeckte ich beim Ausmisten eine Ruhe, die mir kein Gehaltsscheck der Welt geben konnte. Ich kündigte, zog in einen Wohnwagen, arbeitete als „Pferdemädel“ und landete schließlich hier in Kollersdorf auf einem Hektar Grund.
Ich dachte, ich hätte mich befreit. Doch ich merkte nicht, dass ich mein altes „Macher-Gehirn“ einfach mit in den Stall genommen hatte. Ich gründete einen Tierschutzverein, rettete Pferde, plante YouTube-Serien und baute Ställe. Ich wollte alles perfekt machen, allein, ohne jemanden zu belasten. Aber die Natur lässt sich nicht weg-managen. Der Tod meiner Stute Lea, die in meinem Schoß starb, der endlose Matsch und mein streikender Körper zwangen mich in die Knie.
Alles ist zu viel. Die Verantwortung. Die Aufgaben. Dieses Gefühl, dass man von früh bis spät arbeitet und es trotzdem nie reicht.
Damals war es das Büro. Heute sind es Pferde, Gatsch, Heu, Platten, Traktoren. Der Ort hat sich geändert. Das Muster nicht.
Damals dachte ich: Wenn ich nur das Richtige tue, wird es leichter.
Heute weiß ich: Es geht nicht darum, was ich tue, sondern wie ich mich dabei behandle.
Der Kachelofen-Prophet
Ich blicke auf Minki, der eingekringelt am Kachelofen liegt.
Minki ist mein Kater. Er ist sechzehn Jahre alt, war im Tierheim gelandet, als seine Besitzerin ins Altersheim kam. Alt und sehr aggressiv war er kaum vermittelbar. Ich hab mich aus unerklärlichen Gründen in ihn schockverliebt und nun kostet er mich monatlich ein kleines Vermögen an Tierarztkosten und Medikamenten. Minki liegt auf dem Kachelofen. Er bewegt keine Kralle zu viel. Er sorgt sich nicht um den Traktor, der draußen nicht anspringt. Er fragt sich nicht, wie ich am Montag die 10 Heuballen vom LKW ablade, wenn ich keine Gabel habe.
Minki vertraut. Er vertraut darauf, dass er geliebt wird. Er vertraut darauf, dass die Wärme des Ofens ihm zusteht, einfach weil er existiert.
Dieser Text ist mein Versuch, von Minki zu lernen. Es ist eine Anleitung für mich selbst – und für dich –, wie man aufhört, ein Arbeitstier zu sein, und lernt, eine Katze zu sein.
Das Minki-Prinzip – Die Radikalität des Vertrauens
Was unterscheidet Minki von mir? Minki hat kein schlechtes Gewissen.
Wenn ich den ganzen Tag im Gatsch gestanden habe, Paddockplatten geschleppt habe und am Abend völlig fertig bin, fühle ich mich immer noch schlecht, weil der Unterstand fürs Heu nicht fertig ist. Minki hingegen schläft 16 Stunden am Tag und wenn er aufwacht, verlangt er lautstark sein Futter. Er hält sich nicht für einen Versager, weil er keine Mäuse gefangen hat. Er ist Minki. Das reicht.
Die Katze weiß: Die Welt schuldet mir nichts, aber sie sorgt für mich, wenn ich mich öffne.
Ich habe jahrelang geglaubt, ich müsse die Kontrolle behalten. In der Werbebranche war Kontrolle alles. Deadlines, Budgets, Kundenwünsche. Als ich zu den Pferden ging, dachte ich, die Natur würde mich heilen. Aber ich habe die Natur wie ein Projekt behandelt. Ich wollte Fohlen retten, einen Verein gründen, YouTube-Star werden, den perfekten Stall bauen.
🐾 Das Minki-Prinzip bedeutet: Hör auf zu bauen und fang an zu wohnen. Eine Katze richtet sich im Moment ein. Wenn der Moment schrecklich ist, sucht sie sich den wärmsten Platz darin.
Übung für heute: Suche dir deinen „Kachelofen“. Ein Ort, ein Moment, fünf Minuten, in denen du absolut nichts leistest. Nicht einmal planen darfst du. Sei einfach nur da. Spüre den Schmerz in deinen Gliedern, ohne ihn wegdrücken zu wollen. Er ist jetzt Teil deiner Landschaft.
Die Sprache des Miauns – Über die Schande, Hilfe zu brauchen
Das ist der schwerste Teil meiner Reise. Ich stehe vor dem Traktor und er springt nicht an. Ich brauche Hilfe. Aber mein ganzer Körper verkrampft sich bei dem Gedanken, den Nachbarn zu fragen. Warum?
Weil ich gelernt habe, dass „Hilfe brauchen“ gleichbedeutend mit „Versagen“ ist. Eine Katze sieht das anders. Eine Katze miaut. Sie schämt sich nicht dafür, dass sie die Dose nicht allein aufbekommt. Sie weiß, dass es jemanden gibt, der Dosenöffner-Hände hat.
Ich habe in diesem Jahr meine Stute Lea verloren. Sie starb in meinem Schoß, weil sie sich in der Heuraufe verfangen hatte. Ein Trauma, das ich tief in mir vergraben habe, während ich weiterfunktionierte. Ich kaufte ein neues Pferd, ich nahm Tierschutzpferde auf. Ich wollte die Leere mit Arbeit füllen.
Aber der Gatsch im Dezember hat mich gestoppt. Der Gatsch ist eine Botschaft: „Du kommst hier allein nicht weiter.“
Um Hilfe zu bitten ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Akt der Verbindung. Wenn ich den Nachbarn frage, ob er mir mit dem Traktor hilft, gebe ich ihm die Chance, ein guter Mensch zu sein. Ich trete aus meiner Isolation heraus.
🐾 Minki-Lektion: Dein Stolz ist ein Käfig. Miau, wenn du Hunger hast. Miau, wenn du den Heuballen nicht heben kannst. Die Menschen um dich herum warten oft nur darauf, gefragt zu werden, aber sie trauen sich nicht, dein „Ich schaff das schon alleine“-Schild zu durchbrechen.
Narben der Vergangenheit – Warum wir uns betäuben
Ich trinke und rauche immer noch, wie damals in der Agentur-Bar. Warum? Weil der Druck im Inneren der gleiche geblieben ist. Ich habe zwar die Umgebung gewechselt, aber nicht den Umgang mit mir selbst. Ich bin immer noch meine strengste Chefin.
🐾Die Katzen-Lektion: Eine Katze bestraft sich nicht für einen Fehlversuch. Wenn Max mich abwirft, ist das kein Zeichen, dass ich eine schlechte Pferdefrau bin. Es ist ein Moment im Jetzt.
Sei sanft zu deinem Körper. Dein Rheuma ist vielleicht der Versuch deines Körpers, dich so unbeweglich zu machen, dass du endlich mal wie Minki am Ofen liegen bleibst.
Ersetze die Betäubung durch Berührung. Streichle die Pferde, statt die Sorgen zu ertränken.
Das Trauma im Schoß – Abschied von Lea
Im Juni 2025 starb Lea in meinem Schoß. Dieser Moment ist wie ein Riss in meinem Zeitstrahl. Ich höre noch immer das Wiehern von Jeff, ich spüre noch immer das Gewicht der Stute, als sie zu Boden ging.
Ich habe danach sofort weitergemacht. Jeff verladen, Pony geholt, Max gekauft, Tierschutzverein gegründet. Ich dachte, wenn ich nur schnell genug renne, holt mich die Trauer nicht ein. Aber Trauer ist wie Regen: Man kann versuchen, ihr davonzulaufen, aber man wird trotzdem nass.
Max, mein neues Pferd, spiegelt mir das jeden Tag. Er lässt mich nicht aufsteigen. Er wirft mich ab. Warum? Vielleicht, weil er spürt, dass ich gar nicht "da" bin. Ich bin noch immer im Juni. Ich bin noch immer bei Lea. Ich trage eine Rüstung aus Anspannung und Angst, und Max reagiert nur auf das, was ich ausstrahle: "Ich bin nicht sicher. Ich bin im Überlebensmodus."
🐾 Die Katzen-Lektion: Katzen leben im Jetzt, aber sie ehren ihre Instinkte. Wenn eine Katze eine schlechte Erfahrung gemacht hat, dauert es lange, bis sie wieder vertraut. Sie zwingt sich nicht dazu, "einfach drüber wegzusehen”. Minki hatte nach dem Trauma im Tierheim eine Woche gebraucht bis er das erste Mal in seinem neuen Zuhause geschnurrt hat - ich dachte erst er wäre einfach nicht fähig dazu.
Gib dir die Erlaubnis, um Lea zu weinen. Auch jetzt noch, Monate später. Der Aufbau des Hofes war eine Flucht. Es ist okay, innezuhalten und zu sagen: "Es tut mir so leid, und ich bin so traurig."
Max ist kein "Problempferd". Er ist mein Spiegel. Er sagt mir: "Nadja, komm erst mal im Hier und Jetzt an. Atme. Lass die Schultern sinken. Erst wenn du bei dir bist, kann ich dich tragen."
Gatsch-Meditation – Akzeptanz des Unvollkommenen
Februar 2025. Ich baue diesen Stall auf einem ehemaligen Maisacker. Ich habe keine Ahnung von Bodenbefestigung. Ich bin optimistisch – oder naiv. Dann kommt der Winter. Alles versinkt.
Früher hätte ich in der Filmproduktion eine Krisensitzung einberufen. Ich hätte die Nacht durchgearbeitet, um das Problem zu lösen. Jetzt stehe ich im Schlamm und merke: Die Natur lässt sich nicht weg-managen. Der Gatsch ist die Realität.
Das Minki-Prinzip besagt: Wenn es regnet, werd nicht sauer auf den Regen. Such dir ein Dach.
Ich verbringe so viel Zeit damit, gegen die Umstände zu kämpfen, dass ich vergesse zu leben. Ich habe Tausende Euro für Platten ausgegeben, aber sie liegen noch nicht alle. Na und? Dann stehen die Pferde eben noch ein paar Tage im Matsch. Sie überleben das. Ich überlebe das.
Die Katze passt sich den Jahreszeiten an. Im Winter fährt sie den Stoffwechsel runter. Warum versuche ich, im Dezember eine Diplomarbeit zu schreiben, Youtube Videos zu schneiden, 400 m² Gatsch zu beseitigen, einen Unterstand fürs Heu zu bauen, nebenbei im Tierheim ehrenamtlich auszuhelfen und die Katze der Nachbarin zu füttern wenn sie im Urlaub sind?
🐾 Die Winter-Minki-Regel: Tue nur das Nötigste. Das Heu muss in die Mägen, das Wasser muss eisfrei sein. Alles andere – der perfekte Reitplatz, die YouTube-Karriere, die Paddockplatten – kann warten, bis die Erde wieder fest wird.
Ein Versprechen an dich selbst (Schreibe dies auf):
Ich, [Dein Name], verspreche heute, dass ich meine Existenz nicht mehr durch Erschöpfung rechtfertigen muss. Ich bin nicht die Summe meiner erledigten Aufgaben. Ich bin, wie Minki, ein Wesen, das ein Recht auf Wärme, Futter und Liebe hat – auch wenn der Traktor heute nicht anspringt.
Das Schnurren im Schmerz – Wenn der Körper "Stopp" sagt
Mein Körper fühlt sich an wie eine alte, rostige Maschine. Die Spritzen vom Rheumatologen wirken hoffentlich bald wie ein Waffenstillstand in einem Krieg, den ich gegen mich selbst führe.
Lange Zeit dachte ich, mein Körper sei mein Feind. Er behindert mich dabei, meine Träume zu verwirklichen. Er lässt mich im Stich, wenn der Gatsch am tiefsten ist.
Aber dann schaue ich Minki an.
Minki ist alt. Er hat Arthrose, seine Nieren arbeiten nicht mehr richtig, er braucht monatlich Spritzen gegen seine Schmerzen und mehrmals wöchentlich Infusionen. Wenn ich ihm die Nadel setze, schnurrt er manchmal. Wissenschaftler sagen, Katzen schnurren nicht nur, wenn sie glücklich sind. Sie schnurren auch, wenn sie Schmerzen haben oder im Sterben liegen. Warum? Weil die Frequenz des Schnurrens die Heilung fördert und die Knochen dichte stärkt. Es ist ihr internes Heilungsprogramm.
Der Schmerz als Botschafter
Mein Rheuma kam nicht zufällig. Es kam, nachdem ich mich jahrelang im Büro verheizt hatte und dann nahtlos in die körperliche Überforderung des Hoflebens übergegangen bin. Mein Körper tut nicht weh, um mich zu ärgern. Er tut weh, weil er die einzige Bremse ist, die ich noch habe.
🐾 Die Katzen-Lektion: Wenn eine Katze verletzt ist, versteckt sie sich. Sie sucht sich einen ruhigen, dunklen Ort und wartet. Sie versucht nicht, trotzdem den Baum hochzuklettern, um sich selbst zu beweisen, dass sie es noch kann.
Hör auf, dich für deinen Schmerz zu bestrafen. Wenn du heute nur zwei Stunden schaffst, statt zehn, dann ist das keine Faulheit. Es ist Selbstschutz.
Dein Wert sinkt nicht mit deiner körperlichen Leistungsfähigkeit. Du bist kein Traktor. Du bist ein Lebewesen
Die heilige Unproduktivität – Warum "Nichts-Tun" eine Leistung ist
Wir leben in einer Welt, die "Beschäftigt-Sein" wie einen Orden vor sich herträgt. Wenn mich jemand fragt, wie es mir geht, antworte ich: "Viel zu tun, Stress mit dem Traktor, Pferde, Tierheim..." Ich definiere mich über meinen Stress.
Minki definiert sich über seinen Schlafplatz.
Ich habe Angst davor, nichts zu tun. Denn wenn ich nichts tue, kommen die Gedanken. Die Sorgen um das Geld, die Angst vor der Zukunft, die Erinnerung an meine verstorbene beste Freundin. Der Alkohol und die Zigaretten sind die Decken, die ich über diese Gedanken werfe.
Aber wie wäre es, wenn ich wie eine Katze einfach nur die Sonne (oder die Wärme des Ofens) genieße? Ohne zu denken, dass ich währenddessen eigentlich YouTube-Videos schneiden oder Zäune reparieren müsste?
🐾 Die Übung: Der "Minki-Moment" Wähle eine Aufgabe am Tag, die du nicht machst. Ganz bewusst.
Lass den Gatsch Gatsch sein.
Lass die E-Mail unbeantwortet.
Setz dich zu deinen Katzen. Spüre ihre Wärme. Versuche, dein Atmen an ihr Schnurren anzupassen.
Die Kamera als Auge der Seele – Filmen ohne Druck
Ich weiß, wie man Werbung produziert, die Bedürfnisse weckt. Ich weiß, wie man schneidet, damit die Spannung hält und Emotionen hervorruft. Aber genau das ist die Falle: Ich wende die Regeln der Werbeindustrie – Effizienz, Perfektion, Reichweite – auf mein Herzensprojekt an.
Wenn ich an YouTube denke, denke ich oft: „Ich muss liefern. Ich muss mehr Abonnenten bekommen. Ich muss erfolgreich sein, damit sich der Tierschutz irgendwann finanziert.“ Und zack – bin ich wieder im Stress der Wiener Postproduktion, nur dass ich jetzt Gummistiefel statt High Heels trage.
🐾 Die Katzen-Lektion: Minki präsentiert sich nicht. Er „performt“ nicht für Likes. Wenn er sich im Sonnenlicht streckt, tut er das für sich. Wenn wir ihn dabei beobachten, ist das ein Privileg für uns, nicht seine Aufgabe.
Vom „Produzieren“ zum „Beobachten“
In der Werbung haben wir die Realität gebogen, bis sie glänzte. Im Tierschutz und in meinem neuen Leben darf die Realität rau sein.
Ich habe meine beste Freundin filmisch begleitet, als sie gegen den Krebs kämpfte. Das war kein Job – das war ein Liebesdienst. Ich habe gesehen, dass Bilder eine Bedeutung haben, die weit über den Konsum hinausgeht. Diese Erfahrung ist mein Kompass. Wenn ich heute filme, tue ich es für sie. Tue ich es für die Pferde. Aber vor allem: Tu ich es so, dass es mich nicht auszehrt - wäre zumindest der Plan.
🐾 Die Strategie von Minki für YouTube:
Weniger ist mehr: Eine Katze verschwendet keine Energie. Du musst nicht jeden Tag posten. Ein ehrliches, tiefes Video ist wertvoller als zehn hektisch produzierte Clips.
Keine Masken: Wenn du müde bist, zeig dich müde. Wenn du Hilfe brauchst, sag es in die Kamera. Dein YouTube-Kanal könnte genau das Werkzeug sein, das dir hilft, die „Sprache des Miauns“zu lernen: Erlaube deiner Community, dir zu helfen.
🐾 Die Minki Notfall-Checkliste 🐾
Wenn alles zu viel wird, frage dich:
Würde Minki jetzt gerade ein schlechtes Gewissen haben?
Die Antwort ist immer: Nein. Er würde sich einkringeln und warten, bis der Sturm vorbeizieht. Wenn du heute nicht produktiv sein kannst, ist das kein Versagen, sondern Winterruhe.
Habe ich heute schon laut „Miau“ gesagt?
Habe ich jemanden um Hilfe gebeten? Oder versuche ich wieder, den Heuballen mit purer Willenskraft zu bewegen? Aktion: Schreib eine SMS, mach einen Anruf. „Du, ich schaff das heute nicht allein, kannst du mir helfen?“
Bin ich gerade ein „Arbeitstier“ oder ein „Lebewesen“?
Ein Arbeitstier funktioniert, bis es bricht. Ein Lebewesen (wie eine Katze) schont seine Ressourcen. Wenn deine Gelenke brennen: Stopp. Die Pferde brauchen eine gesunde Nadja mehr als eine fertige Paddockplatte.
Was ist das „warme Plätzchen“ in diesem Chaos?
Auch im schlimmsten Tag gibt es eine Katze, die schnurrt, einen heißen Tee oder fünf Minuten vor dem Kachelofen. Such diesen Ort. Jetzt.
Atme ich wie ein Raubtier auf der Jagd oder wie eine schlafende Katze?
Leg deine Hand auf deinen Bauch. Atme tief ein, bis sich dein Bauch hebt – genau wie bei Minki. Das signalisiert deinem Nervensystem: „Wir sind in Sicherheit. Es gibt keinen Säbelzahntiger (und auch die Heulieferung ist kein Weltuntergang).“
Mein tägliches Mantra:
„Ich muss meine Existenz heute nicht verdienen. Ich bin wertvoll, weil ich da bin. Ich vertraue darauf, dass für mich gesorgt wird, so wie ich für Minki sorge.“